Meine Prüfungsangst ist für mich fast unerträglich

Meine Prüfungsangst ist für mich fast unerträglich. Sobald es in der Schule heißt, eine Klassenarbeit oder einen Test schreiben zu müssen, bin ich Tage zuvor bereits übernervös. Meine Gedanken sind nur noch bei dieser Prüfung und schlafen kann ich oft ganz schlecht. Manchmal werde ich auch nachts wach und vor den Prüfungen träume ich schlecht. Morgens bin ich dann jedes Mal wie gerädert und schon innerlich nervös. Meine Eltern dürfen mich einen Tag vor solchen Prüfungen schon nicht mehr ansprechen, geschweige denn am Prüfungstag selbst. Schlechte Laune, genervt und sehr angespannt zu sein, sind bei mir völlig normal. Am besten sollte man mich behandeln wie ein rohes Ei.

Am Morgen der Prüfung kann ich nichts essen und reden geht auch nicht. Meine Gedanken sind jetzt nur noch bei der Klassenarbeit oder dem Test. Ganz besonders schlimm ist es, wenn vor den Prüfungen noch anderer Unterricht stattfindet. An Konzentration und Aufpassen ist jetzt nicht mehr zu denken. Ich sitze da, kann nicht wirklich zuhören und mein Herz klopft mir schon bis zum Hals. Wo meine Gedanken sind, muss ich wohl nicht mehr sagen. Wenn dann auch noch die Mitschüler davon reden, wie viel oder wie wenig sie gelernt haben, könnte ich ausrasten. Dieses blöde Gequatsche geht mir auf den Wecker.

Sobald der Lehrer dann reinkommt, wir die Tische auseinanderstellen müssen, nur noch mein Füller auf dem Tisch liegen darf und das Aufgabenblatt vor mir liegt, kann ich nicht mehr klar denken. Nun lesen die Lehrer auch immer noch alle Aufgaben vor, um zu klären, ob alle alles verstanden haben. Oh Gott, lasst das doch mal sein, denn meine Nervosität steigt dadurch noch mehr und zuhören kann ich eh nicht mehr. Leider ist es mir schon öfter passiert, dass ich vor lauter Nervosität die mir bereits bekannten Aufgabenstellungen trotzdem falsch gelesen hatte und so meine Lösungen falsch waren.

Während der Prüfungssituationen wird es dann noch schlimmer für mich und dies erst recht, wenn ich nicht weiß, was ich schreiben oder wie ich das rechnen soll. Die Hände schwitzen, ich wackel mit den Beinen, raufe mir die Haare, schaue immer wieder zum Lehrer und erschrecke mich jedes Mal, wenn ich auf die Uhr schaue, wie wenig Zeit ich nur noch habe. Ich kann dann kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Wenn gar nichts mehr geht, versuche ich beim Nachbarn abzuschreiben oder von ihm wenigstens irgendwie eine Idee zu bekommen. Gehen die Lehrer dann auch noch durch die Sitzreihen, macht mich das noch nervöser. Und wenn sie dann auch noch neben mir stehenbleiben und evtl. sogar auf mein Heft schauen, geht gar nichts mehr. Können die das nicht mal sein lassen? Warum müssen die durch dieses Verhalten die angespannte Situation noch unerträglicher machen?

Nach der jeweiligen Prüfung bin ich im ersten Moment froh, dass sie vorbei ist. Aber welche Note wird das werden? Auf mein Gefühl kann ich mich hier überhaupt nicht verlassen. In der anschließenden Pause kann ich gut runterfahren. Aber was ich jetzt so gar nicht ertragen kann, sind diese nervigen Gespräche darüber, wer was zu welcher Aufgabe geschrieben hat oder wie er gerechnet hat oder wie viele Seiten er geschrieben hat. Da gehe ich dann immer weg, denn ich will an die Klassenarbeit oder den Test nicht mehr erinnert werden; zumal oft genug gleich zwei bis drei Tage später schon wieder die nächste Prüfung ansteht. D.h., mein Dauerstress geht weiter.

Nicht nur ich, sondern auch meine Eltern konnten es nicht mehr ertragen wie sehr ich unter diesen Situationen litt. Also sprach meine Mama mit meinem Klassenlehrer. Der meinte, dass eine psychologische Beratung für mich gut sei und wusste, dass Ellen in Kempten, also unserer Stadt, ihre Praxis hat. So kam ich dann zu Ellen.

Zuerst sind Mama, Papa und ich gemeinsam zu ihr gegangen. Sie nahm sich sehr viel Zeit für uns. Jeder erzählte Ellen, wie er meine Reaktionen für sich erlebt, wie ich selbst sie erlebe und was meine Eltern alles schon unternommen hatten, um mich zu beruhigen (beide tun alles, damit ich mich zu Hause über nichts aufrege; sie sprechen mir ruhig zu; machen mir Mut; nehmen mich in den Arm und trösten mich, wenn die Note schlecht war; gingen mit mir zum Hausarzt, der mir ganz leichte Beruhigungstabletten verschrieb; loben mich immer, wenn mir etwas gut gelungen war – egal ob in der Schule oder im Privatleben).

Anschließend war ich erst einmal alleine bei Ellen. Wir analysierten, wie ich mich in meiner Konzentration und Mitarbeit in den einzelnen Unterrichtsfächern einschätze, denn meine Probleme waren unabhängig der Fächer. Und wir erörterten, warum es hier für mich Unterschiede gab. Wir sprachen auch über die unterschiedlichen Stile der Lehrer/innen und ob mein Problem variiert, abhängig vom jeweiligen Thema, das abgeprüft wird. Zu all dem machten wir an einer Flipchart Auflistungen und stellten die erarbeiteten Zusammenhänge heraus. Das war großartig.

Dann ging es natürlich auch darum, ob ich meine Hausaufgaben in Ruhe erledigen kann, und ob ich sie sofort erledige oder ob ich sie gut verteile oder eher so auf den letzten Drücker mache. Wir erstellten einen Plan, auf dem alle meine sonstigen Verpflichtungen, Hobbys, Ruhezeiten und die Zeiten für die Schule standen. So erkannte ich, wie viel Zeit für welche Aktivitäten pro Tag und Wochen weg gingen. Auch meine Mediennutzung analysierten wir. Ich war erstaunt, wie viel Zeit ich darauf pro Woche verwendete.

Ellen machte mich darauf aufmerksam, dass ich Schulaufgaben, die sich sehr ähneln (z.B. Vokabeln lernen für Englisch und Latein; rechnen für Mathe und Physik) nicht hintereinander machen sollte. Warum? Weil ich dann schnell alles durcheinander werfe. Wir stellten also auch einen Plan auf, welche Inhalte ich gut hintereinander erledigen konnte, weil das Gehirn dann eben auch sehr unterschiedlich belastet wird. Das war eine super tolle Hilfe, die sofort sehr positiv wirkte.

Ich lernte, immer wieder kürzere Pausen einzulegen, bevor ich mit einem neuen Fach begann und lange Phasen des Lernens mit Pausen unterbrach. Je länger man nämlich hintereinander lernt, je schlechter kann man sich die Inhalte behalten und vergisst sie dann auch schnell. Auch das hat mir sehr gut geholfen. Pausen machen hieß dann, kurze Zeit mit unserem Hund zu spielen, ein Eis zu essen, mich kurz auf das Bett zu legen und die Augen zu schließen, …, also all das, was das Gehirn nicht fordert. Klasse, auch das half sehr.

Und dann ging es natürlich auch noch darum, wann ich damit beginne, mich auf die Prüfungen vorzubereiten und wie ich das machte. Hier konnte Ellen mir mehrere Methoden zeigen und mit mir einüben, wie ich mir besser die Lerninhalte behalten kann und wie ich ganz schnell und sicher die Inhalte wiederholen kann. Toll!

Während meiner gesamten Zeit bei Ellen, übte ich natürlich alles schon in der Praxis ein und bei jeder Beratung haben wir immer erst über meine Erfolge gesprochen und womit ich noch Schwierigkeiten hatte. In allem, was wir besprachen, analysierten, schriftlich zusammenstellten war Ellen so lieb und motivierend zu mir, dass mir allein das viel Mut machte, mein Problem lösen zu können.

Die Raintrop-Massagen, Kopfmassagen und auch alle anderen waren so wohltuend, da konnte ich so richtig loslassen, all meine Sorgen vergessen und fühlte mich sehr umsorgt und behütet. Ganz toll!

Zu Hause war es viel, viel entspannter geworden, wenn ich eine Klassenarbeit oder einen Test schreiben musste. Ein bisschen nervös bin ich zwar immer noch, aber das ist normal. Welcher Schüler geht schon total cool in irgendwelche Prüfungen. Aufgeregt ist da jeder ein wenig.

Am Ende lud Ellen noch zweimal meine Eltern mit ein und wir klärten gemeinsam, wie meine Eltern mich unterstützen konnten, damit ich Prüfungssituationen in Zukunft ruhig und konzentriert meistern konnte. Meine Eltern waren von Ellen so begeistert, dass sie gleich den Massage-Workshop für Paare bei ihr buchten. Und auch hier hatte Ellen nicht zu viel versprochen. Was meine Eltern da genau gemacht haben, weiß ich nicht, aber die beiden waren danach irgendwie anders, so inniger miteinander. Waren sie wieder frisch verliebt? Egal, sie waren auf jeden Fall erkennbar lieber miteinander, was auch mir gut tat."