Mein Schwiegervater ist ein Herrscher

„Mein Schwiegervater war und ist unerträglich: Er befehligt alle und jeden, worum auch immer es geht. Selbst vor Schwiegermutter macht er dabei keinen Halt. Sie ist z.B. diejenige, die ihm das Essen auf den Tisch zu stellen hat. Fehlt dabei etwas, fragt er sie, ob sie zu dumm sei, an alles zu denken. Sie schaut also lieber noch dreimal hin, ob auch wirklich alles so vorbereitet ist, wie er es gerne mag. Wird mit der ganzen Familie gemeinsam gegessen, haben sich unsere Kinder ans Ende des Tisches zu setzen. Mein Schwiegervater bekommt grundsätzlich zuerst das Fleisch, Gemüse, die Kartoffeln. Erlaubt sich jemand, sich selber eine andere Schüssel zu nehmen, die Schwiegervater noch nicht in der Hand hatte, erhält er einen deutlich maßregelnden Blick. Die Schüssel sollte man nun sofort wieder zurückstellen. Auch das Reden ist bei Tisch strikt verboten. Perfekte Tischmanieren sind selbstverständlich. Als unsere Kinder noch klein waren, wurden sie so manches Mal in die Küche geschickt, um dort alleine weiter zu essen, weil mein Schwiegervater es nicht ertragen konnte, zusehen zu müssen, wie sie mit Löffel, Messer und Gabel noch nicht perfekt umgehen konnten.

Schellt es an der Haustüre, darf meine Schwiegermutter diese nicht öffnen, wenn er zu Hause ist. Gleiches trifft auch auf das Telefon zu. D.h., der erste Kontakt erfolgt grundsätzlich und nur über ihn.

Er meint auch, alles beurteilen zu können und wer seine Meinung in Frage stellt, wird gedemütigt, für dumm oder als Taugenichts dargestellt. Dabei wird es dann auch mal laut; meistens macht er das jedoch mit einer süffisanten Arroganz.

Unsere Kinder (15 und 16 Jahre alt) haben sich bei Gesprächen unter uns anderen Erwachsenen nicht zu äußern. Wagen sie es sich dennoch, wird ihnen das Wort abgeschnitten. Oder es wird ihnen deutlich gemacht, dass ihre Meinung überhaupt keine Bedeutung hat, weil es ihnen noch an Klugheit mangele.

Wer es vermag, ihm vielleicht doch mal zu gefallen, erhält ein leichtes Lächeln, aber sein Blick dabei ist dennoch musternd. Man kann sich also nie so wirklich sicher sein, ob er zufrieden ist.

Lob kennt er nicht. Er ist der Meinung: „Wenn ich nichts sage, ist das Lob genug.“ Und Lob verdürbe den Charakter - was auch immer er damit meint. Sich das von ihm erklären zu lassen, geht nämlich nicht, es sei denn, man möchte sich eine wie auch immer geartete verbale „Ohrfeige“ einholen.

Mit ihm einkaufen zu gehen, habe ich mir abgewöhnt, denn selbst in der Öffentlichkeit behandelt er die Menschen wie Untergebene. Kein nettes Wort, kein Dankeschön, kein Lächeln, einfach nichts. Kann der Verkäufer ihm etwas nicht so gut erklären, dass er das sofort versteht, bezeichnet er ihn als inkompetent oder als Fehlbesetzung. Man kann sich mit ihm wirklich nur schämen.

Jeder orientiert sich nur noch an ihn, vermeidet Diskussionen, schweigt oder denkt sich nur seinen Teil. Ich komme mir oft vor, als lebten wir in den 50ger Jahren des letzten Jahrhunderts. Meine Schwiegermutter hat sich irgendwie an ihn gewöhnt und sich mit ihm arrangiert. Wie sie das gemacht hat, ist mir völlig unbegreiflich. Wie man ihn überhaupt lieben kann, ist mir unbegreiflich. Er schafft es bei jedem Menschen, dass er derjenige ist, der sagt, wo es lang geht und wie das zu erfolgen hat. Seine Ausstrahlung ist bedrückend.

Sein Verhalten verkehrt sich aber geradezu ins Gegenteil, wenn z.B. ein großes Fest gefeiert wird, zu dem dann auch Freunde, Geschäftspartner u.a.m. eingeladen sind. Oder, wenn wir gemeinsam auf einem Fest eingeladen sind. Da ist er so dermaßen freundlich, aufmerksam, zuvorkommend, galant, dass einem glatt die Spucke wegbleibt. Als würde da ein ganz anderer Mensch vor einem stehen. Selbst zu uns und seinen Enkelkindern ist er dann die Liebe in Person. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass das ein Patriarch ist, der alle nur schikaniert, kritisiert und befehligt. Manchmal passiert es mir dann sogar, dass ich ihn anlächele, was mich im nächsten Moment total erschreckt.

Heute bin ich nicht mehr dazu bereit, meine Schwiegereltern zu besuchen und schicke meinen Mann und die Kinder alleine dort hin. Mein Mann entschuldigt mich mit fadenscheinigen Argumenten und die Kinder schweigen. Verdammt, jetzt schaffte es mein Schwiegervater sogar, dass wir lügen mussten, nur damit ich ihm nicht begegne.

Hilfe fand ich bei Ellen. Gemeinsam analysierten wir verschiedenste Situationen und ich erkannte, dass es sich immer wieder um dasselbe Verhaltensmuster handelte. Doch warum schaffte es mein Schwiegervater immer wieder von Neuem, mich so zu verärgern. Warum konnte ich ihm nicht innerlich den „Stinkefinger“ zeigen. Das lag an meiner Kindheit, was Ellen durch eine Familienaufstellung mit mir erarbeitet; in meiner Kindheit hatte ich eine enorme Antipathie gegenüber autoritär auftretenden Menschen entwickelt. Und diese wurde heute natürlich bei jedem Besuch immer wieder von Neuem aktiviert. Meine früher erlebte Ohnmacht, Wut, meine Aggressionen bekamen Nahrung, weil ich sie bis heute nicht verarbeitet hatte. Dank Ellen wurde es mir nun aber möglich, mich abzugrenzen und z.B. die Probleme der anderen bei ihnen zu lassen, statt sie zu meinen eigenen zu machen. Mir wurde wieder bewusst, selber ein sehr liebenswerter und starker Mensch zu sein, hatte ich meinen Schwiegervater ja bereits schon sprichwörtlich „vor die Türe gesetzt“. Ich erkannte, es gar nicht nötig zu haben, mich von so einem Herrscher irritieren, ängstigen und befehligen zu lassen. Ich verlor durch Ellen also meine „Kind-Rolle“, die mir immer wieder das Gefühl gab, ihm ausgeliefert zu sein, obwohl ich das gar nicht war. Ellen brachte mir bei, klar und unmissverständlich, aber dennoch liebevoll meine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und diese auch dann noch ruhig zu vertreten, wenn mit Gegenwehr reagiert wird. Das übten wir an mehreren Situationen, bei denen Ellen die Rolle meines Schwiegervaters übernahm. Es dauerte, bis ich meine eigenen Stärken fühlte und umsetzt, denn Jahrzehnte in dem Gefühl der Unterdrückung gelebt zu haben, braucht Zeit für seine Heilung.

Alle Erkenntnisse notierte ich mir in einem Heft, das Ellen mir gab. Zu Hause las ich mir diese immer wieder durch, wodurch die Wirkung selbiger sich verstärkte. Ich wollte es nicht glauben, aber so war es wirklich. Auch Affirmationen schrieb ich mir immer und immer wieder auf, was mein Gehirn in seinem Denken und letztendlich auch mich in meinem Selbstbild positiv veränderte und innerlich stark machte.

Mit Hilfe von mehreren Arbeiten an einer Flipchart, die Ellen durch geschickte Fragen, Anregungen und Idee begleitete, erarbeitete ich, wer ich bin, was ich bisher alles erreicht hatte, welche Schwierigkeiten ich alle schon bewältigt hatte und anderes mehr. Auch diese Ausarbeitungen sah ich mir zu Hause immer wieder an und rekapitulierte so, was ich bereits gelernt habe. Das gab mir sehr viel Kraft und Sicherheit in meinem Sein.

Ich kann hier gar nicht alles aufschreiben, was Ellen mit mir wie erarbeitet hat, denn das würde hier viel zu lang. Fest steht aber, dass heute mein Schwiegervater mit mir nicht mehr alles macht, was ihm beliebt. Ich setze ihm klare Grenzen und er fühlt auch, wie ernst es mir ist, denn er beherrscht sich oder schweigt, wenn ich ihm zeige, wer ich bin.

Unterstützt wurden all die vielen Gespräche und Übungen stets mit unterschiedlichen Massagen, die ihr auf Ellens Seite findet. Sie wurden je nach Schwerpunktthema oder meiner körperlichen Verfassung eingesetzt und auch entsprechend gewechselt. Ich kann nur sagen, jedes Mal deutlich entspannter nach Hause gegangen zu sein, als ich kam. Im Laufe der Zeit trat die Wirkung ihrer Körperarbeiten immer schneller ein und die jeweiligen Wirkungen verstärkten sich. Ihre Arbeit an meinen Energiepunkten machte mich ruhig und meine Gedanken wieder klar. Das half mir, die erarbeiteten Ergebnisse in mein Selbst zu integrieren, was ich deutlich spürte. Erklären kann ich das nicht – man muss es erleben.

Geht hin und ich sage euch, ihr werdet begeistert sein. Ellen führt euch ganz behutsam durch eure Themen und zwar so, dass es euch wirklich dauerhaft hilft und eben nicht nur für ein paar Wochen oder Monate. Heute gehe ich regelmäßig zu Ellen und lasse mich massieren. Es ist jedes Mal eine absolute Wohltat!"