Lehrer sein

"Die wenigsten Menschen machen sich Gedanken darüber, was es heißt, Lehrer zu sein. Sicherlich spielt hierbei aber auch die Schulform und das Einzugsgebiet eine wesentliche Rolle.

Grundsätzlich soll der Lehrer Bildung nach einem vorgeschriebenen Plan vermitteln, die Schüler in ihrer individuellen Entwicklung bestmöglich fördern (was immer das auch heißt, und wer auch immer das definiert), während die Klassengrößen diese Förderungsqualität aber gar nicht zulassen. Der Lehrer muss die fehlenden Erziehungsaufgaben der Eltern auffangen und ausgleichen, Werte vermitteln, Streitigkeiten unter Schülern klären, sie stets motivieren und bei Laune halten, pädagogische Hilfestellungen den Schülern und Eltern anbieten, Verhaltensstörungen bei Schülern auffangen, eine gesundheitsschädigende Lautstärke (vor allem in Pausensituationen) ertragen usw. Und wenn der Lehrer all das nicht stets und zur vollsten Zufriedenheit der Eltern macht, drohen diese schnell mit Beschwerden bei der Schulleitung oder gar mit Sanktionen seitens der übergeordneten Schulbehörden. Nicht zufriedenstellende Leistungen des eigenen Kindes werden voll in die Verantwortung der Lehrer gelegt, ganz unabhängig davon, wieweit hier das Elternhaus die Lehrer unterstützten könnte oder gar zu Hause die Voraussetzungen für gute Schulnoten selber nicht schaffen (ruhige Arbeitsatmosphäre, Interesse an den schulischen Leistungen, …).

Die Schulleitung ist darauf bedacht, dass Schüler und Eltern zufriedengestellt sind, ganz unabhängig davon, ob die Mitarbeiter (Lehrer) sich gerecht und fair behandelt fühlen. Da wird dann schnell mal ein Lehrer von der Schulleitung "klein" gemacht, soll aber gleich in der nächsten Unterrichtsstunde hochmotiviert seinen Beruf ausüben.  

Konferenzbelastungen und Unterrichtsvorbereitungen, Korrekturen aller Art, Klassenfahrten, Exkursionen, Projekttage, die Begleitung von Schülerpraktika u.a.m. kommen hinzu.

Und nicht zu unterschätzen ist die Konkurrenz im eigenen Kollegium. Da wird gemobbt, was das Zeug hält. Hinter dem Rücken wird getuschelt, man schwärzt sich gegenseitig bei der Schulleitung an, tut so, als sei man bester "Freund" und ist es nicht. Da soll man meinen, man hätte es mit pubertierenden Jugendlichen zu tun, nicht aber mit studierten Menschen, die es gelernt haben sollten, Schwierigkeiten diskursiv und konstruktiv für alle Beteiligten zu lösen.

Ich wusste gar nicht, mit welchem Thema ich bei Ellen anfangen sollte. Nicht zuletzt überschneiden sich auch viele Themen miteinander. Aber Ellen hat mit geschickten Fragen Ordnung in mein Gedanken- und Gefühlschaos gebracht, sodass wir dann in die Einzelheiten gehen konnten. Von Gespräch zu Gespräch konnte ich die Strukturen, Zusammenhänge und vor allem meinen eigenen Anteil an meinem mich Fühlen erkennen und annehmen.

Die kraftgebende Ölmassage, LomiLomi und andere Körperberührungen taten so wohl, dass ich jedes Mal positiv gestärkt nach Hause fuhr und Kraft für die nächsten Tage hatte.

Heute habe ich einen großen Fundus an Denk- und Verhaltensweisen, die es mir geradezu leicht machen, die Belastungen zu meinem eigenen Wohle zu bestehen."