Ich habe keine Lust mehr auf Sex

Ich habe einfach keine Lust mehr auf Sex. Wir sind seit 15 Jahren verheiratet und haben 2 Kinder. Aber seit mehreren Jahren habe ich einfach keine Lust mehr, mehr oder weniger regelmäßig mit meinem Mann zu schlafen.

Wenn ich schon höre, dass er sich abends rasiert, dann weiß ich schon, was kommt. Also gehe ich schnell ins Bett und versuche, einzuschlafen, bevor er kommt. Manchmal schaffe ich das. Aber selbst wenn ich noch wach bin, stelle ich mich schlafend. Macht er dann Annäherungsversuche, reagiere ich einfach nicht. Das sorgt dann dafür, dass er aufhört und ich meine Ruhe habe. Oder ich gebe vor, Kopfschmerzen zu haben, oder sage ihm auch direkt, dass das heute nichts mit uns wird. In letzterem Fall ist er dann enttäuscht, aber das interessiert mich gar nicht. Ich will einfach nur meine Ruhe haben und schlafen.

Sex ist für mich heute eher wie eine Pflichtveranstaltung. Und wenn ich daran denke, wie oft mein Mann Sex haben möchte, wird mir eher übel, als dass ich ein Verlangen danach hätte. Irgendwie ist da bei mir die Luft so völlig raus. Außerdem ist es eh immer der ähnliche Ablauf; ein bisschen Streicheln, Schmusen, meine Vagina manipulieren und dann geht´s los, egal, ob ich dazu schon bereit bin, oder nicht.

Früher, als wir noch frisch verliebt waren, hatte ich damit überhaupt kein Problem. Aber heute ist das völlig anders. Ich kann gut und gerne ohne Sex mit meinem Mann zusammenleben. Mir sind inzwischen andere Werte viel wichtiger geworden: das gemeinsame Gespräch, Partys geben oder auf Partys gehen, andere gemeinsame Aktivitäten wie Spazierengehen, sich unterhalten, Theaterbesuche und anderes mehr. Ich glaube, der Alltag hat uns längst eingeholt, aber „Männer denken eben immer durch die Hose“ und genau das nervt enorm. Ich bin keine Sexmaschine und ich bin auch nicht dafür dar, ihm sein Sexualleben in Ordnung zu bringen, damit er ausgeglichen ist. Ich bin eine Frau und ich  brauche einfach nicht so oft Sex, wie mein Mann. Aber genau den Unterschied versteht mein Mann nicht. Er fühlt sich sofort abgewiesen, statt sich auf mich einzustellen. Von mir aus kann er sich selber einen herunterholen – das wäre mir egal, solange er einfach kapiert, dass Frauen anders ticken.

Wir hatten viele Gespräche und auch Streitgespräche, bevor wir Ellen aufsuchten. Eine Freundin von mir machte mich auf Ellens Webseite aufmerksam. Die las ich mir dann allumfassend durch und sprach mit meinem Mann darüber. Der las sich dann ebenfalls die ganze Webseite durch und war, wie ich, der Meinung, dass Ellen für uns eine Hilfe sein kann. Also machten wir bei ihr einen Termin aus. 

Bei unserem ersten Gespräch waren wir beide anwesend. Jeder konnte frei und ganz offen über seine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse reden und dies, OHNE hier von Ellen oder dem jeweils anderen unterbrochen zu werden, denn dafür sorgte Ellen. Die Atmosphäre war durch Ellen so geschaffen, dass wir beide frei sprechen konnten, ohne irgendwelche Ängste oder Befürchtungen Ellen gegenüber zu haben oder den Partner zu verletzen. Wir wurden beide sehr behutsam, verständnisvoll geführt. Ellen war in ihrem Verständnis für unsere doch sehr gegensätzlichen Bedürfnisse und deren völlig unterschiedlichen Gründe absolut offen und verstand es sehr gut, jeden von uns da abzuholen, wo er stand. Und sie leitete das Gespräch so, dass der jeweils andere Partner sich nicht ereifern musste oder missverstanden fühlte. Großartig!!!

Die nächsten 4 Sitzungen waren dann jeweils Einzeltherapiesitzungen, in denen jeder von uns beiden noch einmal Dinge aussprechen konnte, die er im ersten gemeinsamen Gespräch zurückhielt. Mir schien, Ellen war gar nichts fremd oder unangenehm. Vielmehr konnten mein Mann und ich uns alles von der Seele reden, was uns bedrückte. Und das alles, ohne ein Schamgefühl zu bekommen. Ellen ist hier wirklich sehr einfühlsam, mitfühlend und verständnisvoll.

Jeder von uns erstellte an einer Flipchart eine Übersicht seiner Wünsche, Bedürfnisse, Ziele, partnerschaftlichen Vorstellungen und anderes mehr, die wir in unserer dann wieder gemeinsamen Sitzung miteinander austauschten, verglichen und so auf einem gemeinsamen Nennern kamen. Ein Nenner, der beide von uns glücklich machten, ohne dass einer von uns zurückstehen musste. Wir fanden also Kompromisse.

In unseren dann weiteren Sitzungen lernten wir durch Szenen- und Rollenspielen, uns gegenseitig in unseren Wünschen und Bedürfnissen mitzuteilen und zu verstehen. Wir lernten, auszusprechen, was jeder von uns jeweils wollte bzw. nicht wolle, wie wir miteinander umgehen müssen, um uns wieder anzunähern und vieles mehr.  Letztendlich stellten wir eine Art „Regelkatalog“ auf, der uns beiden bis heute mehr als hilfreich ist.

Unterstützt wurden die Gespräche durch partnerschaftliche Massagen, deren Umsetzung uns Ellen beibrachte. Es war großartig. Wir erlebten und erlernten beide ein völlig neues Körpergefühl – auch miteinander – eine völlig neue Zweisamkeit und ein gegenseitig völlig neues Wohlgefühl.

Ergänzt wurden diese Therapien durch Ganzkörpermassagen, die uns beiden noch einmal ein ganz neues Körpergefühl gaben und unser Miteinander stärkten.

Weitere Massagetechniken waren auf unsere jeweils individuellen Bedürfnisse abgestimmt, die sich im Verlaufe unserer vielen Einzel- und Paargespräche ergaben.

Ich glaube, wenn mein Mann und ich nicht zu Ellen gegangen wären – unsere Ehe wäre wahrscheinlich geschieden oder bestünde nur noch auf dem Papier."