Mein Freund füttert mich fett

Ich bin heute 26 Jahre alt. Vor 4 Jahren lernte ich meinen Freund kennen. Ich wog bei 1,72 m gerade mal 55 kg, hatte also eine perfekte, sehr schön anzusehende und sportliche Figur (ich spielte Tennis). Meine Figur fand er anfangs sehr attraktiv, doch im Laufe der Zeit wollte er, dass ich etwas zunehme. Um ihm zu gefallen, brachte ich mein Gewicht auf 70 kg. Auch damit war er zunächst zufrieden. Dennoch fühlte ich seine Unzufriedenheit. Ihn darauf angesprochen, ließ er mich wissen, dass er auf mollige Frauen steht. Das würde ihn beim Sex mehr antörnen. Ihm gefielen so 100 kg. Da hätte ich dann gute Kurven und er selbst etwas zum anfassen. Für mich war das erst einmal ein Schock, doch ich liebte ihn wirklich sehr und unser Sex war phantastisch. Je mehr ich an Gewicht zunahm, desto häufiger wollte er mit mir Sex haben, was ich toll fand. So nahm ich dann innerhalb von 4 Monaten weitere 30 kg zu. Tennis spielte ich nun nicht mehr.

Ich fühlte mich zwar selber in meiner Haut nicht mehr wohl, aber seine Aufmerksamkeit und Zuwendung wuchs und die wollte ich haben. Ich wollte, dass er mir körperlich immer sehr nahe ist, mich streichelt, verwöhnt, auf Händen trägt und all das tat er. Wenn Freunde mich auf meine Figur ansprachen, verteidigte er mich. Ihm war es nämlich immer noch zu wenig. Immer öfter gab es Diskussionen zwischen ihm und unseren Freunden, bis diese sich einer nach dem anderen von uns „verabschiedeten“. Inzwischen hatte ich 145 kg erreicht. Im Schwimmbad, Kino, im Theater, überall trafen mich die Blicke der anderen. Es wurde getuschelt – zumindest meinte ich das -, aber mein Freund stand mit aller Überzeugung mir bei Seite und machte allen deutlich: Wir gehören zusammen. Das fand ich richtig klasse.

Schon längst hörte ich die Warnungen der Ärzte, denn mein Cholesterin war viel zu hoch, das Herz und meine Gelenke wurden sehr belastet und ich bekam deutliche Probleme mit dem Kreislauf. Ich fühlte mich auch selbst immer unwohler. Ich war deutlich schneller außer Atem, schwitzte immer öfter, war schneller erschöpft und inzwischen trug ich Kleidergröße 48. Doch mein Freund wiegelte all diese Bedenken ab. Ich sei für ihn sehr schön, er liebe mich und ich sollte mir keine Gedanken machen.  

Mein Freund verwöhnte mich von da an immer mehr. Er ging z.B. fortan einkaufen, kochte, finanzierte eine Putzhilfe, die auch unsere Wäsche machte, er kaufte und bestellte mir wunderschöne Kleidung, Schuck, Parfüm, Blumen, Sonntags bekam ich ein reichhaltiges Frühstück ans Bett, wir gingen regelmäßig in Restaurants essen oder er bestellte für uns das Essen nach Hause – er machte einfach alles für mich. Und wir hatten regelmäßig und oft unseren wunderschönen Sex. Auch hier verwöhnte er mich, wo und wie er nur konnte. Es war himmlisch! Kein Mensch kümmerte sich so liebevoll um mich, wie mein Freund und keiner machte mir so wunderschöne Komplimente wie er.

Als ich mir letztendlich dann doch heimlich Hilfe suchte und vor Ellen saß, wog ich 178 kg, d.h., ich hatte in 4 Jahren 123 kg zugenommen. Freunde hatte ich inzwischen keine mehr. Mein einziger Kontakt war mein Freund und ich lebte eigentlich nur noch in unserer Wohnung, d.h., ich war inzwischen völlig isoliert. Und ehrlich gesagt, hatte ich auch selber schon gar kein Interesse mehr daran, nach draußen zu gehen und das Leben zusammen mit anderen Menschen zu genießen. Auch in den Urlaub waren mein Freund und ich schon seit zwei Jahren nicht mehr gefahren. Dass das mit den Kosten zusammenhing, die er hatte, um mich fett zu füttern, das erkannte ich erst bei Ellen. Mit Liebe, die wir beide, wie er es immer sagte, mit uns selbst leben, hatte das nichts mehr zu tun. Durch meine Gespräche mit Ellen erkannte ich, wie mein Freund mich Schritt für Schritt von ihm und seiner scheinbaren Liebe abhängig machte. Denn, was er Liebe nannte, war purer Eigennutz und Machterleben seinerseits. Und andererseits erkannte er, wie sehr ich ihn geradezu anhimmelte und alles für ihn getan hätte, was er für sein Interesse nutzte - oder soll ich besser sagen ausnutzte. Ich erkannte, dass Liebe nicht gleichzusetzen ist mit dem Entsprechen des Schönheitsideals des anderen. Wer den anderen liebt, der kann auch damit leben, dass der andere nicht allumfassend dem eigenen Schönheitsideal entspricht. Mir wurde deutlich, dass es meinem Freund gar nicht darum ging, was mich ausmacht oder was ich kann und wer ich bin, sondern es ihm nur wichtig war, dass ich möglichst dick wurde. Warum er sich nicht gleich eine dicke Frau ausgesucht hatte, das kann ich heute nicht zutreffend beantworten, denn das kann nur er selbst. Meine Gespräche mit Ellen ergaben auch die Frage, ob mein Freund mich vielleicht deshalb fett fütterte, damit kein anderer mich haben wollte, ich also damit sein konkurrenzloses „Eigentum“ wurde. Eine interessante Frage, die aber auch er wieder nur selber ehrlich beantworten kann. Denkbar hielt ich diese Frage durchaus und würde heute sagen: Ja, da ist mindestens viel Wahres dran, wenn nicht sogar alles wahr, denn ich hatte keine Freunde mehr und lebte nur noch in unserer Wohnung. Dass wir regelmäßig bzw. überhaupt noch aus Essen gingen, war auch nicht mehr gegeben. Er „riegelte“ mich sogar von meiner Familie ab. Riefen meine Eltern an, weil sie uns besuchen oder uns zu ihnen einladen wollten, fand er immer passende Antworten, warum das gerade ganz schlecht war. Ich erkannte durch unsere Gespräche, dass mein Freund seine Neigung auf meine Kosten, sprich, auf meine Gesundheit hin auslebte. Als mir das bewusst war, wurde ich wütend auf ihn und auf mich selbst. Wie konnte ich nur so naiv sein und sein Verhalten als Liebe werten?

Ich kürze das hier ab: Ellen hatte mir die Augen geöffnet und mich wieder fühlen lassen, wer ich bin. Ich fühlte deutlich, dass keiner mehr mit mir macht, was er möchte, sondern nur noch gemeinsame Absprachen die Grundlagen einer gesunden Beziehung sind. Ich lernte bei Ellen, dass ich meine Wünsche und Bedürfnisse klar und unumstößlich äußere und allenfalls Kompromisse die Lösung sind, niemals aber mehr die Abhängigkeit von einer anderen Person und ihren Bedürfnissen.

Durch ihre Körpertherapien erlebte ich ganz neue, wohltuende und vor allem schützende Berührungen, die mir, meiner Seele und meinem Denken völlig neue Stärken, Ideen und Bedürfnisse brachten. Durch ihre unterschiedlichsten Körpertherapien und die auch dabei noch stattgefundenen Gespräche über meine jeweiligen, momentanen Gefühle, wurde mir bewusst, dass Sexualität nun wahrlich nicht das Allerheilmittel einer funktionierenden Beziehung ist, sondern zu einer solchen Partnerschaftsbeziehung eine Vielzahl anderer innerpartnerschaftlichen Kontakte und Kommunikationen, Kompromisse wie auch gemeinsamer, aber auch getrennter Erlebnisse und anderes mehr gehören. Entscheidend ist hierbei sicherlich auch das tiefe gegenseitige Vertrauen und ein sich wieder aufeinander freuen, wenn man getrennt voneinander war, was dann aber losgelöst ist von körperlicher Sexualität im engsten Sinne.

Die zwei für mich ganz wesentlichen Ergebnisse meiner Beratung bei Ellen waren: Ich trennte mich sehr überzeugt von meinem Freund und kämpfe heute darum, meinen Körper wieder so herzustellen, dass ich mich mit ihm wohl fühle.

Gleichzeitig gehe ich weiterhin zu Ellen. Ich rede mit ihr über all das, was mich heute bewegt und sie hilft mir dabei, den Kraftakt zu überstehen, meinen Körper wieder so zu formen, dass ich mich mit ihm gut fühle. Von meiner Krankenkasse bekomme ich dafür nämlich keine Hilfen, weil meine Gewichtszunahme nicht krankheitsbedingt ist. Ellen hatte diesbezüglich für mich aber viele Hilfsmöglichkeiten, denn sie kennt sich nicht nur in der psychologischen Beratung hervorragend aus, sondern auch im Punkto Ernährung. Ich habe dank ihres Rates in den letzten 6 Monaten 15 kg abgenommen. Das hört sich erst einmal nicht viel an (2,5 kg / Monat), aber es ist ein gesundes Abnehmen und laut meines Hausarztes auch ein nachhaltiges! Was also Ellen mir empfahl, fand Zuspruch vom Arzt. Zudem treibe ich 2x Woche wieder leichten Sport und habe – allerdings erst nach mehreren Versuchen - ein Sportstudio gefunden, dass auf mein Problem sehr umsichtig und mich motivierend eingeht. Hier müsst ihr wirklich genau hinschauen und eurem Gefühl vertrauen. Unterschreibt nicht zu schnell einen Vertrag, sondern probiert lieber noch mal andere Studios aus, auch wenn die Wegstrecke länger wird, so wie bei mir."