Ich fühle mich alleine

"Oft fühlte ich mich sehr allein. Ich kannte zwar Menschen und hatte hier und da auch mal Kontakt mit ihnen, aber ich hatte nie das Gefühl dazu zu gehören, sondern war immer nur dabei. Und das war für mich ein großer Unterschied. Die anderen kannten sich, machten viel miteinander, feierten gemeinsam ihre Geburtstage, besuchten sich gegenseitig, luden sich ein, gingen zu Konzerten, usw. Hier und da wurde ich durchaus auch mal gefragt, ob ich mitgehen möchte und das machte ich dann auch. Aber ich gehörte einfach nicht dazu.

Ich versuchte auch selber, Kontakte aufzubauen, aber irgendwie klappte das nicht so wirklich. Da gab es dann vielleicht mal ein oder zwei Treffen und dann war das Interesse an mir schon wieder vorbei. 

Was machte ich falsch? Was musste ich ändern? Wovon sollte ich mich verabschieden? Diese und ähnliche Fragen stellte ich mir immer wieder. Entmutigt und innerlich traurig suchte ich Ellen auf. Nach mehreren Gesprächen, in denen wir sehr intensiv über meine Kindheit, meine Werthaltungen, das Thema `Freundschaft´, meine Wünsche, Interessen, Hobbys und anderes mehr sprachen, ging es letztendlich immer um die Frage: Kann ich mich selbst beschäftigen oder brauche ich einen Lebens-Animateure? Kann ich alleine mein Leben gestalten und genießen oder machen für mich erst andere Menschen mein Leben schön sowie lebenswert und sinnvoll?

In diesem Zusammenhang spielte auch meine Ehe eine große Rolle. Auch in ihr fühlte ich mich oft alleine. Mein Mann bastelte stundenlang an seinen Oldtimern herum, fuhr zu Oldtimertreffen und ich saß im Wohnzimmer alleine herum. Hier stellte sich für mich die Frage: Geht es in meiner Ehe evtl. um Kommunikation, d.h., dass ich mich traue, mich bemerkbar zu machen, damit ich mich nicht mehr alleine fühlte? Mmh.

Diese und andere Fragestellungen änderten meine Interessen an mir, meinen Fähigkeiten und an den Dingen, die mich begeisterten. Sie machten mich souveräner, motivierter, um mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ich fing an zu basteln, zu schreiben, ging in der Natur spazieren und lernte, mich auch an ganz kleinen Dingen, wie z.B. eine schöne Blume am Wegesrand, zu erfreuen. Das Gefühl des Alleinseins wurde immer kleiner und die diesbezüglichen Gedanken wurden immer überflüssiger.

Unterstützt wurden die Gespräche durch intensive Fußreflexzonenmassagen. Dadurch erlebte ich den Zugang zu mir selbst, fand innere Ruhe und in meinem Kopf war wieder Platz für kreative Ideen und die Lust, diese auch umzusetzen."