Aromabehandlung

Was ist das?

Ein paar Infos für Sie...

Bei der Aromabehandlung bzw. Therapie werden duftende Essenzen verwendet, die im Körper komplexe Wirkungsweisen anstoßen: Sie werden über die Nasenschleimhäute aufgenommen und lösen dort Impulse aus, die unter anderem in Regionen des Gehirns weitergeleitet werden, in denen Emotionen verarbeitet werden. Das ist einer der Gründe, warum Düfte uns aufmuntern oder beruhigen, anregen oder konzentrieren können.

Duftrezeptoren kommen in allen Geweben des Körpers vor und können dabei unterschiedliche Signalwege aktivieren. Das löst viele verschiedene Wirkungen in den Zellen aus.

Die Aromatherapie kann bei den unterschiedlichsten Krankheiten hilfreich sein: Sie helfen schwer kranken oder dementen Menschen bei Verhaltensänderungen, unterstützen die Heilung, bekämpfen Entzündungen und wirken antioxidativ. Sie können die Wirkung von Antibiotika bei resistenten Keimen verstärken, helfen bei Hautkrankheiten und Migräne

 

Die Duftforscher aus dem Ruhrgebiet belegten in Versuchen mit Zellkulturen sogar, dass Krebszellen auf Duftstoffe reagieren.

Die Wissenschaftler konnten mit Aroma-Essenzen das Wachstum maligner Leukozyten hemmen und die weißen Blutkörperchen sogar abtöten. Die Experimente führte Dr. Hatt durch, nachdem er Duft-Rezeptoren auf den Blutzellen nachgewiesen hatte. Die Zelllinien bekam der Bochumer aus dem Labor der hämatologischen Klinik an der Universitäts-Klinik Essen. Deren ärztlicher Direktor, Prof. Dr. Dührsen, erhofft sich aufgrund der Ergebnisse neuartige Perspektiven für die Krebs-Therapie. Dr. Hatt konnte auch zeigen, dass Citronellol das Fortschreiten von Leberkrebs hemmt. Der Duftstoff ist in Zitronen und Zitronengras sowie Rosenblüten enthalten.

Geraniol verstärkt die Wirkung des nervalen Botenstoffes Gammaminobuttersäure, der den Schlaf-Rhythmus reguliert. Deswegen ist der Duftstoff aus Geranien, Lorbeer und Koriander zur Entspannung vor der Nachtruhe hervorragend geeignet.

Eukalyptus-Aromen erhöhen den Tonus des NervenSystems. Hier ist es der sekundäre Pflanzenstoff Cineol, der therapeutisch eingesetzt werden kann.

Dass Duftstoffe den Hormon-Stoffwechsel beeinflussen, hat Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt herausgefunden. Der Duftforscher ist Inhaber des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum, gebürtig in Illertissen. Er und seine Arbeitsgruppe haben erstaunliche Entdeckungen gemacht. Sensationell war die Feststellung, dass Riech-Rezeptoren gar keine Besonderheit der Nasenschleimhaut sind. Die Proteine sind wahrscheinlich auch in den Zellmembranen aller Körperzellen vorhanden. So fanden die Forscher den Rezeptor OR2AT4 auf Hautzellen. Damit können die Zellen Sandelholzduft wahrnehmen und reagieren darauf mit einem Signal zur Teilung. Die Bochumer Wissenschaftler schlugen vor, dies zur schnelleren Heilung bei Haut-Läsionen zu nutzen. Dr. Hatt vermutet, dass alle 350 Riech-Rezeptoren auch in der Haut vorkommen. Den OR2AT4 fanden sie sogar in inneren Organen.

Unter anderem erforscht das "Pacific Institute of Aromatherapy" in San Francisco seit Jahren erfolgreich die Wirkung von solchen Ölen. Es sind die in den meisten Ölen enthaltenen Monoterpene, die leicht durch Zellmembranen dringen und bereits nach wenigen Minuten im Blut nachgewiesen werden können. 

 

Die Heilwirkung der Öle hängt mit den Strategien der Pflanzen gegen Schädlinge zusammen. Die Blätter und Blüten der Pflanzen nämlich enthalten ätherische Öle zum Selbstschutz etwa gegen Bakterien oder Pilze und zum Anlocken von nützlichen Insekten.

Wichtig bei allen Anwendungen sind naturreine Essenzen aus biologischem Anbau. Sie sind zwar um einiges teurer als naturidentische Düfte, aber an dieser Stelle sollten Sie nicht sparen: Die künstlich hergestellten Düfte sind zum einen nicht wirkungsvoll (jedenfalls nicht auf eine Art, die vorher einzuschätzen wäre), zum anderen können sie sogar Allergien auslösen.

Lavendel ist bekannt für seine entspannende und beruhigende Wirkung. Er hilft deshalb bei Aufregung, bei Schlafstörungen und Stress. Auch Kinder reagieren oft gut auf Lavendelduft. Setzen Sie ihn hier aber nur sanft dosiert in einer Duftlampe oder als Zusatz im Badewasser ein. Achten Sie beim Kauf von Lavendelessenz darauf, dass Sie echten Lavendel (Lavendula officinalis) bekommen. Andere Kreuzungen werden zwar günstiger angeboten, sind aber nicht so wirksam und nicht so gut verträglich.

Bergamotte verströmt einen fruchtigen, zitronenähnlichen Geruch und ist gut dafür geeignet, die Stimmung zu heben. Bergamott-Essenz sollte allerdings nicht auf die Haut kommen, weil es die Lichtempfindlichkeit erhöhen kann. Verwenden Sie Bergamotte deshalb einfach auch in der Duftlampe oder im Badewasser.

Die antiseptische (Bergamotte, Eukalyptus, Lavendel, Ringelblume, Rose, Schwarzkümmel, Teebaum), krampflösende (Fenchel, Kamille), schleimlösende (Eukalyptus, Menthol) und wundheilende (Ringelblume, Rosmarin) Wirkung ätherischer Öle ist in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt.

Die Aromabehandlung ist geeignet für eine Vielzahl von Beschwerden.

 

Bei Kopfschmerzen , Angespanntheit oder einfacher Müdigkeit hilft zum Beispiel reines Pfefferminzöl oder Lavendelöl. Bei Kopfschmerzen massiert man dieses im Schläfenbereich ein. Bei stressbedingten Atembeschwerden helfen diese beiden Öle ebenfalls.

Gegen Schlafstörung helfen zum Beispiel Atlas-Zeder, Lavendel oder auch Benzoe Siam.

Das bekannte Teebaumöl, welches vor allem eine antibiotische und aseptische Wirkung besitzt, ist auch der Aromatherapie zuzuordnen.

 

Quellen: Hanns Hatt Wikipedia, Naturheilkunde Rene´Gräber, Young Living, gesundheit, plexels,